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Samstag, 13. Juli 2013

Neu Lair

Das alte Lair gab es nicht mehr. Alle verbliebenen Einwohner hatten sich jedoch retten können, als das Dorf abbrannte. Raven wusste nicht wie es zum Feuer kam. Aber da ohnehin die Flucht vor den Kurii bevorstand, war bereits alles gepackt und auf Booten verstaut. Sie fanden neues Land: Raven mit Rayna und Corin, Umbra und Prayer mit ihrem Daario, Vic und Brom mit ihrer Elina und auch Mordecai und Colwyn konnten sich in Sicherheit bringen. Sie standen auf einem unbebauten Stück Land mit direktem Zugang zum Thassa. Alle packten sie mit an und schnell wuchs Lair zu altbekannter Schönheit heran.

Eines Nachmittags ging Raven durch das neue Lair. Es war noch alles recht neu für ihn und so nutzte er die Gelegenheit, sich mit dem neuen Dorf vertraut zu machen. Er vernahm Stimmen und erkannte die seines Jungen. Raven schlich sich näher heran und sah durch das mannshohe Gras, dass da eine rotblonde Bond auf seinem Schoß kauerte. Zoe, die Kleine an Mordecai’s Seite und deren Verr, standen ebenso dabei und Raven fluchte innerlich, als diese ihn bemerkt hatte und Corin mit Blicken eine Warnung zu verstehen geben wollte. Schnell hockte sich Raven ins Gras und sah Corin’s suchenden Blick, als dieser in die Richtung sah, in die Zoe deutete.

Raven stand auf, knurrte und baute sich vor den dreien auf. Laut wollte er wissen, was hier vor sich ginge.


Raven stellt Corin zur Rede
Düster glitt sein Blick über jeden einzelnen und die Rotblonde rutschte von Corin’s Schoß. Raven deutete mit dem Kinn auf die Bond und fragte wer das sei und was sie hier zu suchen hatte. Die Bond kniete vor Raven und nannte ihren Namen. Rubin hieß sie und sie wollte Corin besuchen. Raven hörte wohl nicht recht. Seit wann besuchen sich Sklaven gegenseitig und dann auch noch ohne Herrschaft?
Raven sah verständnislos in Corin’s treue blaue Augen, mit denen er zu ihm auf blinzelte. Raven erwartete eine Erklärung. Corin war ohne Raven’s Wissen nach Folkvangar gereist. Es war schon ein paar Hände her. Er reiste mit einem reisenden Jarl mit. Corin berichtete weiter, dass er dort Rubin und ihre Herrin traf. Raven knirschte mit den Zähnen und machte einen Schritt auf die beiden zu. Er konnte es nicht fassen, schon wieder hatte Corin ohne Erlaubnis das Dorf verlassen. Zoe, die bis auf ihren Gruß bislang nichts weiter von sich gegeben hatte, faselte eine Entschuldigung und nahm ihre Hände in die Hand. Raven sah ihr aufgebracht und fassungslos nach, dann sah er auf Corin herab. Er hatte eigentlich erwartet, dass Corin nach Managams Dahl gelernt hatte. Nachdem Raven ihn von dort abgeholt hatte, zum Glück hatte man einen Boten geschickt, hatte er Corin verdroschen und ihm für mehr als eine Hand ein blaues Auge beschert.

Corin behauptete, dass man ihm gesagt hätte, Shani wäre nicht tot. Da rastete Raven aus. Er war es schließlich, der Shani bleich und steif in einer Blutlache und mit Raven’s Dagger in der Hand am Bach fand. Corin streichelte Rubin’s Wange und diese Vertrautheit ließ Raven fast explodieren. Wieder und wieder bat Corin seinen Jarl, dass er Rubin gehen lassen möge. Raven schnaufte. Nichts in dieser Richtung würde er tun! Rubin würde erstmal ein Fell in der Hall finden und dann würde er einen Boten nach deren Herrin aussenden. Um nichts in der Welt würde Raven die Bond allein reisen lassen. Er wies Corin an Rubin die Hall zu zeigen und dann sollten sich beide beim Feuer einfinden, da Raven mit Corin noch ein Vulo zu rupfen hätte. Raven machte auf dem Absatz kehrt und ging den Weg zurück zum Haus und von dort zur Feuerstelle. 
Raven trifft auf Mordecai und Zoe
Dort traf er auf Mordecai und Zoe nebst deren Verr. Schnaufend grüßte Raven und nahm auf einem der Baumstümpfe Platz. Mordecai entging der gereizte Ton natürlich nicht und erkundigte sich nach dem Grund. Raven winkte ab und erzählte in wenigen Sätzen von Corin’s Weltreise und seiner neu entdeckten sozialen Ader. Zoe schickte er nach einem Paga. Mordecai schlug ein paar Tage Aufenthalt im Käfig vor und Raven war der Gedanke selbst auch schon gekommen. Er hoffte Corin so seine Reiselust austreiben zu können. Die nächsten 3 oder 4 Nächte sollte der Verschlag bei der Schmiede sein Nachtlager sein. Oder er würde Corin einfach die Nähe zu sich verwehren, das würde ihm sicherlich noch eher zu denken geben. Zoe brachte Raven seinen Paga und Mordecai verabschiedete sich, er wollte angeln gehen und lud Raven ein ihn zu begleiten. Raven war aber nicht danach, er versprach nachzukommen und eher er sich versah, waren Mordecai und sein Anhängsel auch schon verschwunden.
Raven dachte nach und als er aufsah, standen Corin und Rubin vor ihm. Er trank seinen Paga leer und warf den Becher hinter sich. Corin kroch auf allen Vieren hinter dem Becher her und fragte, ob Raven noch einen wünschte. Raven würdigte ihn keines Blickes und brummte verneinend. Dann sah er Corin kalt an und gestattete ihm, sich den Verschlag bei der Schmiede auszuwählen, der nun sein Nachtlager werden sollte. Corin trug es scheinbar mit Fassung, aber Raven konnte deutlich den Ausdruck in seinen Augen sehen. Diese Strafe würde Corin sicher nicht so schnell vergessen.


Mordecai und seine Meisteranglerin
Raven stand auf, sah von einem zum anderen und ging dann ohne ein weiteres Wort Mordecai nach. Er hockte sich ins Gras und sah Mordecai und Zoe beim Fischen zu. Im Gegensatz zu Mordecai zog Zoe einen Fisch nach dem anderen an Land. Mordecai warf Raven eine Angel zu, aber der sah sie nur wie einen Fremdkörper an. Er hatte vom Fischen überhaupt keine Ahnung und hatte sich bislang immer auf das Beobachten beschränkt. Zudem fehlte ihm die Lust es zu lernen. Corin kam hinzu, allerdings ohne Rubin. Raven war die Bond ziemlich egal, das Verhalten seine Thrall‘s ärgerte und beschäftigte ihn umso mehr. Corin grüßte wie es sich gehörte und kniete etwas abseits vom Geschehen. Zoe hatte ein Gefühl für angespannte Situationen und bot Raven einen Teil ihres Fanges an. Sie und Corin könnten daraus eine Fischsuppe für alle zubereiten. Aber Raven durchschaute den Versuch ihn abzulenken. Corin würde heute ganz sicher nichts mehr machen. Das einzige was er heute noch vor hatte, war seinen Jarl zur Schmiede zu begleiten und dort sein Nachtquartier zu beziehen.
Raven legte Corin zur Demütigung an die Kette und führte ihn so zur Schmiede.


Corin im Strafkennel
Dort schloss er die schweren Stahltore auf und ließ Corin sich einen der Verschläge aussuchen. Als Corin sich in einer der Boxen zusammengerollt hatte, sicherte Raven die Gitter und sah mit einem enttäuschten Blick auf seinen Jungen. Dann drehte er sich wortlos um und ging zurück ins Haus.
 
 
Lange lag Raven noch wach, allein in seinem großen Bett. Auch wenn er es ungern zugab, sein Junge fehlte ihm...

 

Mittwoch, 3. Juli 2013

Wird Vic's Prophezeiung wahr?

Raven ging zum Feuer. Er traf dort auf Mordecai, der wie immer auf seinem Lieblingsplatz hockte, die aufgestapelten Fässer. Mordecai war ein schweigsamer Geselle. Raven konnte sich eigentlich nicht daran erinnern, große Gespräche mit ihm geführt oder ein solches mit anderen Bewohnern mitbekommen zu haben. Raven wolle gerade ansetzen zu einem Gespräch, als er einen panischen Ruf vernahm und er erkannte Corin’s Stimme. Ein Kur! 

Raven hob den Kopf und versuchte die Richtung auszumachen und auch Mordecai hob den Kopf. Langsam ließ er sich von den Fässern gleiten und fragte Raven, ob er richtig gehört hätte. Und Raven nickte, er hatte auch Kur verstanden und prompt waren ihm Vic’s Worte vor ein paar Tagen wieder im Ohr. „Sie werden kommen und unser Land fordern, die Kurii werden Anspruch auf uns und unseren Besitz erheben!“ Raven hatte keine Erfahrung mit diesen Wesen, bislang konnte er immer einen großen Bogen um sie machen. So nah wie jetzt, scheinbar befand sich der Kur schon im Dorf, war er noch nie einem gekommen. Mordecai war erfahrener Krieger, was man auch an seinen vielen Narben und auch an der Augenbinde sehen konnte. Viel wusste Raven nicht über ihn, dafür hatte er zu selten mit ihm sprechen können.

Raven zog seinen Bogen und legte einen Pfeil ein. Mordecai schüttelte grinsend seinen Kopf. Pfeile würden wenig nützen, nur Stahl könnte sie verwunden. Für einen guten Schuss mit viel Wucht bräuchte man zu lange. Raven steckte seinen Bogen wieder weg und griff nach seinem Schwert. Corin kam mit panischem Gesichtsausdruck auf ihn zugestürmt und erzählte, was die Bestie wollte. Es hatte Corin nahe dem Dorfeingang gestellt. Es wollte mehr Fleisch. Und es wollte das Land, er würde den Kurii gehören. 
 
Mordecai wies Raven an, mit Corin im Hintergrund zu bleiben. Er würde sehen, was er tun kann und wenn es brenzlig würde, dann solle Raven eingreifen. Mit einem Zwinkern meinte er, dass es nicht der Erste wäre, den er überleben würde. Mit einer Hand auf seinem Schwert ging er mit Bedacht auf das Tier zu und fragte in einem für Raven sehr erstaunlich freundlichen Ton, was der Kur ins Dorf führe. Die Stimme war grauenhaft tief und rau. Zwei Hand würde man den Dorfbewohnern geben, um das Land zu verlassen. Sie könnten von Glück reden, wenn die Kurii sie gehen lassen würden.

Mordecai und der Kur

Raven ging näher heran, keine 15 m war er von Mordecai und Kur entfernt und seine Hand lag reaktionsbereit auf dem Schwertgriff. Er schob Corin hinter sich und spitzte die Ohren. Mordecai stellte fest, dass es wohl ein Frischling sein musste, ein erfahrener Kur würde nie allein in ein Dorf eindringen. Da holte das Tier schon zu einem Hieb aus und Mordecai wich geschickt aus. Nur ein Teil seines Kimonos hing an den Krallen der Bestie. Er zog sein Schwert aus seinem Gürtel, noch war die Klinge in der Scheide verborgen. Beide funkelten sich an, wobei Mordecai einen gelasseneren Eindruck machte als der Kur. Die Bestie stampfte auf Mordecai zu, beugte sich weit zu ihm vor und brüllte, dass das Dorf Fleisch und all seine Nahrungsvorräte am Hafen deponieren sollte.

Mordecai schlüpfte geduckt neben dem Kur hindurch und verpasste ihm mit der Scheide seines Schwertes einen leichten Hieb. Es sollte verschwinden, andernfalls wäre der nächste Hieb mit der Klinge. Der Kur holte mit seiner Pranke aus und erwischte Mordecai an der Schulter. Der fasste an die Stelle und als Mordecai sich seine blutige Hand ansah, konnte Raven erkennen, dass der Blick des Kriegers von einer Ihn zur nächsten schlagartig eiskalt wurde. Er zog sein Schwert aus der Scheide und griff den Kur an. Mit Schwung stürmte er auf die Bestie zu und hieb auf dessen rechte Seite, bevor er unter den riesigen Pranken hindurch tauchte. Der Kur knurrte bestialisch laut und attackierte Mordecai, traf ihn mit seinen Klauen an dessen Brustkorb. Mordecai schien den Schmerz seiner Verletzung nicht wahrzunehmen. Er stoppte abrupt in seiner Bewegung und hieb weiter auf den Kur ein. Er bohrte ihm sein Schwert in den Arm und drehte die Klinge dabei. Der Kur brüllte und riss seine Krallen aus Mordecai’s Brust, zerrte seinen Arm aus dessen Klinge und lief wütend brüllend aus dem Dorf. Er drohte mit der Rückkehr ins Dorf, jedoch mit einer ganzen Armee.
Im Dorf kehrte Ruhe ein, nur die dünne Blutspur aus dem Dorf hinaus zeugte vom Kampf. Mordecai schwankte leicht und sank nach vorn auf seine Knie. Sein blutiges Schwert fiel lautlos in das Gras neben ihm. Raven und Corin rannten zu ihm und Raven wies seinen Jungen an, sich um den Verletzten zu kümmern. Er hob das Schwert auf und gemeinsam trugen sie ihn in Umbra’s Heilerstube.
Corin kümmert sich um Mordecai
Corin kam mit der Erstversorgung alleine klar und Raven machte sich auf die Suche nach Umbra.
Er rannte durch das Dorf und traf auf Vic, die gerade mit ihrer kleinen Tochter im Tragetuch spazieren ging. In kurzen Sätzen berichtete er von dem Kampf und den Verletzungen. Dann rannte Vic los und Raven suchte weiter nach Umbra. Als er sie nicht fand und sie auch auf seine Rufe nicht reagierte, rannte er zurück zur Heilerstube, vielleicht konnte man dort seine Hilfe brauchen. 
Als er dort ankam, war Corin über Mordecai gebeugt und machte sich mit einer Pinzette an dessen Brustverletzung zu schaffen. Vic wusch sich die Hände mit Green Paga und ließ sich von Corin auf den Stand der Dinge bringen. Raven bot sich an, die kleine Elina zu nehmen, damit Vic in Ruhe arbeiten konnte. Mit einem dankbaren Lächeln übergab sie ihm das Baby und Raven nahm es in den Arm. Er war ja noch geübt von seiner Lale. Er ging mit dem kleinen Bündel auf dem Arm nach Hause, holte dort die kleine Brusttrage und legte Elina hinein. 
Raven und Elina
Er beschloss wie schon so oft auf den Runenberg zu steigen und dort um die Gunst der Götter zu bitten. Andächtig stand er vor dem steinernen Altar und streichelte dem Baby über den Kopf. Ohne dass er es merkte, begann er leise ein Lied zu summen, das Lale als Baby auch sehr mochte. Raven lächelte und Elina beobachtete mit wachen Augen die Umgebung. Langsam ging Raven mit Elina vor der Brust zurück ins Dorf und setzte sich auf die Bank vor der Heilerstube.
Von drinnen drangen hastig gesprochene Anweisungen an sein Ohr. Raven streichelte Elina’s Köpfchen und lauschte ins Haus.
Raven und Elina
Es fühlte sich gut an so ein zartes und
wunderbar duftendes Wesen bei sich zu haben und Raven seufzte. Er ging ans Fenster und sah hinein, Mordecai saß auf der Liege und Vic legte ihm einen Verband an. Sie war also fertig. 
Raven ging wieder in die Heilerstube und Elina begann freudig zu glucksen, als sie ihre Mama sah. Vic streichelte ihre Tochter zärtlich unter dem Kinn. Mordecai rutschte von der Liege und griff nach seinen Waffen, die Raven vorhin auf das Tischchen neben der Liege gelegt hatte. Er bedankte sich bei Raven, dass dieser vorhin nicht in den Kampf eingriff, so ist nur er selbst verletzt worden. Er verabschiedete sich mit erhobener Hand und schlurfte nach draußen. Raven nahm Elina aus der Trage, hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn und gab sie Vic zurück. er bot sich als Sitter an, falls Vic und Brom ein paar Ahn für sich haben wollen. Er stellte nur die Bedingung, dass Elina satt und sauber wäre. Vic strahlte ihn an und dankte ihm für das Angebot. Raven wusste ja selbst, dass es für ein paar schwer ist Zeit für sich zu haben, wenn es gerade einen Säugling zu versorgen hatte. 

Raven zog es nach draußen. Seine Abneigung gegen Heilerstuben hatte er noch nicht abgelegt. Er ging mit Vic und dem Baby zum Feuer und Vic versorgte ihn mit Paga. Sie bat ihn ihr nun nach der ganzen Aufregung in Ruhe das Geschehen nochmal zu erzählen. Corin kam hinzu, nachdem er die Heilerstube wieder gereinigt hatte. Man besprach gerade das Passierte, als Umbra verschlafen zur Runde kam. Wieder erzählte Raven seine Geschichte und Corin berichtete von Mordecai’s Verletzungen und dessen Behandlung. Auch Mordecai kam zu der kleinen Runde hinzu und setzte sich behäbig auf eines der Fässer. Er hatte vorgehabt sich auszuruhen, aber genau diese Ruhe fand er nicht.

das große Grübeln

Bei Met und Paga beratschlagte man noch ein Weile, was man tun kann, wenn die Kurii erneut über das Dorf einfallen. Da sie nicht schwimmen konnten und Wasser verabscheuten, gelang man zu der Idee, auf Flößen oder Schiffen sein Hab und Gut und sein Leben in der Bucht vor dem Dorf zu sichern. Zumindest so lange, bis die von Prayer gesandten Krieger von ihrer Suche nach neuem Land zurückkehrten. Im Zweifel musste man den Kurii das Land überlassen und auf dem neuen Land ein neues Dorf aufbauen…

Samstag, 29. Juni 2013

Große Gefühle

Wie so oft machte Raven einen Spaziergang in die Richtung, wo noch vor ein paar Tagen die schweren Tore das Dorf schützten. Man hatte sie für nicht mehr notwendig erachtet und abgerissen. Dort sah er seine Ray, die auf einer Anhöhe nah am Abgrund stand.

Rayna nah an Abgrund

Zu nah für Raven’s Geschmack. Er ging hin und bat sie, von der Klippe wegzugehen. Raven hatte Angst um Rayna. Logischer Weise hatte sie das Erlebte mitgenommen und er fürchtete, dass sie es nie überwinden könnte. Erleichtert darüber, dass Rayna seiner Bitte folgte und von der Klippe wegtrat, nahm er sie in die Arme und küsste ihre Stirn sanft. 

Raven hatte nur zwei Wünsche und die teilte er seinem Weib mit. Er wünschte sich, dass er irgendwann seine alte Rayna bei sich hat und bis es soweit war, wolle er ihr eine gute Stütze bei allem sein. Der zweite Wunsch war eigentlich ganz einfach. Raven wollte seine Gefährtenschaft mit Rayna entgegen der nordischen Gepflogenheiten verlängern.

Raven erfährt die schockierende Neuigkeit

An sich war das nicht erforderlich, denn ihre Gefährtenschaft war bis auf ihr Lebensende geschlossen und doch war es Raven ein Bedürfnis, seine Rayna erneut auf den Runenberg zu führen und seine Liebe zu ihr zu bekräftigen.

Rayna holte tief Luft und Raven sah sie fragend an. Was sie ihm dann sagte, zerriss ihm schier das Herz. Sie wollte fortgehen. Sie wollte fortgehen, um Raven vor der Schande zu schützen, die der Kerl über ihn und Rayna brachte. Raven verstand nicht und dann brach es aus Rayna heraus: Rayna war schwanger! Sie trug die Frucht dieser unsäglichen Qual unter ihrem Herzen. Deshalb stand Ray dort am Abgrund. Sie wollte sich in die Tiefe stürzen und ihrem Leiden ein Ende setzen. Raven war schockiert. Wenn sie das täte, würde er ihr folgen, noch im selben Moment. Als er ihr das sagte, wurde Rayna wieder klarer und sie stürzte in Raven‘s Arme. Sie wolle zu den Wilden, die hätten Möglichkeiten, sagte sie. Das Problem wäre Rayna’s Brand, das sie als Sklavin zeichnete, auch wenn sie schon lange wieder frei wäre. Raven würde sie begleiten wollen, aber er als Mann würde den Besuch bei den Wilden wohl kaum überleben. Er knirschte mit den Zähnen. Wohl oder übel musste Raven sein Weib ziehen lassen, wenn sie die Frucht bei den Wilden loswerden wollte. Das passte ihm ganz und gar nicht.
 
Raven brauchte was zu trinken, was Starkes und auch Rayna schien ähnliches zu wollen. Er nahm sein Weib also bei der Hand und beide gingen sie schweigend zur zentralen Feuerstelle. Dort war Soko mit seiner neuesten Errungenschaft. Er hatte sich ein Piratenweib unterworfen. Soko zog irgendwann mit seiner Bond ab.
Brom mit Vic und Elina Moira

Raven war mit Rayna nur kurz allein am Feuer. Die frisch gebackenen Eltern Brom und Vic kamen dazu und präsentierten stolz ihren Nachwuchs. Brom trug vorsichtig seine Tochter im Arm und Raven freute sich für die beiden.

Elina Moira war der Name der kleinen Schönheit, die Vic wie aus dem Gesicht geschnitten schien.

Es dauert nicht lange und auch Umbra gesellte sich zur kleinen Runde. Und auch sie war nicht allein. Sie trug ein Bündel auf dem Rücken und Rayna, die sich gerade wieder gesetzt hatte, sprang auf. Raven sah ihre Augen leuchten und als Umbra ihr das Baby in die Hand gab, war sie ganz hin und weg. Raven seufzte und trank seinen Paga. Der kleine Mann hieß Daario und konnte seine Herkunft nicht verleugnen. Die thassagrünen Augen hatte er definitiv von Prayer und das dunkle lockige Haar von Umbra. Das Gespräch drehte sich schnell um den Nachwuchs im Dorf und Raven schloss seine Rayna fester in die Arme. Leise murmelte er ihr ins Ohr, dass so ein Baby sicher was schönes wäre, wenn beide das Erlebte erst verarbeitet hätten. Rayna nickte nur stumm. Klar, sie hatte im Moment ganz andere Sorgen zu bewältigen.
Dann hallte ein lauter Ruf nach Prayer durch das Dorf. Umbra sprang aus alter Gewohnheit auf und Raven ging ihr besser nach. So ganz ohne schützendes Tor war sie sofort jeder Gefahr ausgeliefert. Doch die Sorge war unbegründet, Raven erkannte den Kerl, der da stand.
Besuch aus Vakur

Es war Arne, Bootsbauer aus Vakur und soweit Raven wußte, waren er und Prayer beste Freunde. Bei ihm waren sein Weib Alina und die angehende Slaverin Mora. Man führte die Gäste ans Feuer und versorgte sie mit Getränken. Sie wollten eigentlich zu Prayer, doch der war durch die anstrengende Nacht erschöpft und schlief.
Raven verfolgte das Gespräch nicht weiter. Er war ganz auf sein Weib in seinen Armen konzentriert. Nur wenige Wortfetzen drangen wirklich zu ihm durch. Arne berichtete, dass zwei seiner Krieger derzeit in Fort Fehu Isa wären und gemeinsam mit den dortigen Kriegern versuchen einen möglichen Kampf mit dem Süden einzudämmen. Ein Bote kam. Es ginge wohl um die Entführung eines Jungen in der Vergangenheit und der Vater wollte seinen Sohn zurück. Daraus ergaben sich wohl neue Spannungen zwischen Norden und Süden.
Plötzlich sprang Rayna auf und rannte in das nahe Unterholz. Das Würgen und Keuchen verriet, dass sie sich übergab. Raven versuchte zu erklären, dass sie wohl gerade ein dringendes Bedürfnis zu erledigen hatte. Als sie zurück kam, sah sie gar nicht gut aus. Sie war blass und hielt sich den Bauch. Raven verstand und stand auf. Er verabschiedete sich von den Besuchern und begleitete Rayna nach Hause.
 
Dort hatte Rayna es ziemlich eilig ihr Kleid loszuwerden. Raven sah ihr zu, wie sie sich entkleidete und legte seine Waffen ab, die würde er heute nicht mehr brauchen. Rayna war wunderschön. Sie stand nackt vor Raven und er konnte sich an seinem Weib nicht sattsehen. Langsam ging er auf sie zu. Raven nahm sie in den Arm. Er war stolz darauf, dass er sie sein Weib nenne durfte. 
Vergessen lassen
Dann begann sie ihn zu entkleiden. Raven stockte der Atem. Bereitwillig ließ er sich ausziehen und atmete den Duft Rayna’s Haut und Haare ein. Als er ihre Lippen auf seiner Brust spürte, die ihren Weg weiter nach unten suchten, begann sein Herz zu rasen. Rayna strich über Raven’s männliche Pracht und sah ihm dabei in die Augen. Sie flüsterte, dass er ihr beim Vergessen helfen möge und Raven nahm Rayna in seine starken Arme. Er trug sie zum großen Bett und küsste sie den ganzen kurzen Weg dorthin. Er legte sie aufs Bett und begann nun seinerseits ihren Körper mit seinen Lippen zu erkunden. Er spürte, wie sein Weib immer weniger verspannte und als sein Kopf zwischen ihren Schenkeln verschwand, seine Zunge ihre Lippen öffnete, wie sie ihm erregt ins Haar griff und sich unter ihm lustvoll wand.
Rayna’s Worte drangen sehr deutlich an sein Ohr. Sie wollte ihn, jetzt gleich und hier und sofort. Und Raven ließ sich das nicht zwei Mal sagen.
Er schob sich auf seinem Weib hoch und sah ihr tief in die Augen. Der Ausdruck darin war voller Liebe und Vertrauen und mit einem leidenschaftlichen Kuss drang Raven ein. Ihr Liebesspiel war vorsichtig und fordernd zugleich. Es dauerte nicht lange und Rayna schlug Raven ihre langen Krallen in den Rücken und bäumte sich unter ihm auf. Ihr Gefühlsausbruch riss auch ihn mit und beide sanken erschöpft in die weichen Kissen zurück. Beide rollten sich auf die Seite und Raven legte seine Arme um sein Weib. Mit einem zufriedenen Strahlen auf den Lippen zog er das wärmende Fell über ihre beiden schweißglänzenden Leiber und beide fielen schon nach kurzer Zeit Arm in Arm miteinander verschlungen in einen tiefen Schlaf.